Finnlandtrip
Hallo alle Miteinander,
So ich will mal von vorne anfangen. Für alle, die es noch nicht wissen, am 21. Februar ging´s los von Frankfurt-Hahn nach Tampere in den Süden von Finnland. Dort werden Diana und ich jetzt unser 5 Monate dauerndes Praxissemester an der HAMK Polytechnik absolvieren.
Nach unserer Ankunft in Tampere hat uns unser Tutor Lasse (ein Student der FH) am Flughafen mit dem Auto von ner Freundin abgeholt. Er ist so was wie unsere Ersatzmama hier. Wir können ihn mit allen Problemen gnadenlos belästigen und er kümmert sich auch wirklich rührend um uns. Nach, na ja ich würde mal sagen ner Stunde Fahrtzeit, waren wir dann in Riihimäki am Studentenwohnheim angekommen.
Drinnen im Hausflur roch´s irgendwie schon kmisch aber noch erträglich. Der große Schock kam erst, als wir unsere Wohnung betraten. Die Wände sind kack-beige-braun gestrichen, im Bad gibt’s keine Fliesen sondern nur PVC-Belag. Unsere Matratzen sind irgendwie komisch versiffte Schaumstoffdinger, und so ein Kopfkissen würde selbst unsere Katze nicht in ihren Korb lassen. Also kurz gesagt, der erste Anblick unserer 2-Zimmerwohnung war alles andere als berauschend. Ich glaub jede von uns, wäre sie allein hier gewesen, hätte den Rückwärtsgang eingelegt und wäre zurück nach Hause. Außerdem war unser Deckbett lediglich ein komischer Teppich, gegen den eine kratzige Rotkreuzdecke kuschelig und einladend aussieht.
deshalb mussten am nächsten Tag gleich neue her
.
Nach unserer ersten, nicht gerade sehr angenehmen, weil kalten Nacht, ging´s morgens zum „DSP programming and hardware“ Kurs an die FH. Der für die internationalen Studenten zuständige Professor Timo hat uns zu diesem Kurs eingeladen, weil er der Meinung war, das es für uns sicher hochinteressant ist. Wir waren allerdings nur an dem an den Kurs anschließenden Outdoorprogramm interessiert. Außer uns nahmen an diesem Kurs noch ein paar finnische Studenten teil und auch eine Gruppe mit Studenten von der FH Stralsund. Abends hat Lasse zum Glück noch Hannah samt Auto aufgetrieben, die so nett war uns in einen für finnische Verhältnisse billigen Laden zu fahren. Dort haben wir dann erstmal jede ein Kissen und Deckbett erstanden, sowie diverses Putzzeug, einen Wäscheständer, zwei Eimer usw. Ich glaube die zwei Finnen haben uns für verrückt erklärt.
Die nächsten Tage haben wir dann unsere Bude inklusive der Wände durchgeschrubbt. Hannah hat uns abends von ihrer Mutter noch Matratzenüberzieher gebracht, so dass abends dann doch alles um einiges appetitlicher wirkte. Von ihr haben wir dann auch noch einen Duschvorhang bekommen. Also es ist wirklich abartig wie hilfsbereit die Finnen sind. Nur einen Finnen mit Temperament haben wir bisher noch nicht entdeckt.
Am Freitag ging’s zu einer Besichtigung von NOKIA nach Tampere zurück, und nach kurzem Stadtbummel nach Evo in eine Art Landschulheim. Dort ging´s abends dann ersten Mal in die Sauna. Getrennt natürlich, das ist in Finnland so üblich. Wir Mädels im Gegensatz zu den Herren der Schöpfung natürlich ohne Alkohol. Hier ist es unter den jüngeren vor allem üblich, Bier oder Cidre mit in die Sauna zu nehmen.
Herrliche Landschaftsaufnahmen lassen sich hier ohne Probleme aufnehmen
Am Samstagmorgen ging´s dann dick eingemummelt auf einen See nicht weit weg von unserer Unterkunft zum Eisangeln. Jetzt ist das aber nicht so zu verstehen, dass alle um ein großes Loch rumstehen, sondern jeder bohrt sich sein eigenes Loch. Dort steht man dann mit ner Miniangel, die aussieht wie aus dem Spielzeugladen und wartet bis was anbeißt. Und wenn das nicht passiert dann bohrt man nach ner Weile halt ein neues Loch. Auch wenn keiner von uns was gefangen hat, war es ein Erlebnis. Der See sah übrigens hinterher aus wie ein Schweizer Käse.
Hier sind noch alle in der frohen Erwartung einen großen Fang zu
machen, was sich dann ja leider nicht bewahrheitet hat
Danach ging´s mit Schneeschuhen auf ne 6-8 Kilometer lange Wanderung. Allerdings nicht wie man sich das vielleicht vorstellt, so normal durch den Wald, sondern mit dem Kompass mehr oder weniger quer durch die Pampa. Auch wenn man eigentlich der Meinung ist Finnland ist flach, wir wurden am Wochenende eines besseren belehrt. Ausgerechnet mit Schneeschuhen mussten wir nen doch recht steilen Hügel hoch. Ächz!!
Mittagspause war dann in einer Hütte am Ufer eines Sees, wo wir Würstchen gegrillt und finnischen Kaffee gekocht haben. Der Rückweg war dann nicht mehr ganz so abenteuerlich, aber nicht weniger anstrengend.
Das war unsere gemütliche Holzhütte, in der es
dann gegrillte makkara (Würstchen) gab
Vor nem feinen Abendessen mit Lachs und Gemüse ging’s noch mal in die Sauna, und dann haben wir abends in Dianas Geburtstag reingefeiert. Nico (einer von Stralsund) hat die ganze Zeit beneidenswert gut Gitarre gespielt und wir anderen dazu gesungen. Am Sonntag ging es dann wieder zurück nach Riihimäki. Man glaubt übrigens gar nicht wie einen die frische Luft hier alle macht. Jeden Abend sitzen wir gähnend vorm Rechner.
Montag war dann der Abschluss von unserem Kurs, den wir allerdings verschlafen haben. Morgens waren wir zwar noch bis zehn in der Vorlesung aber mittags ging’s einfach nicht. Nach einem monströsen Einkauf im Lidl und dem dazugehörigen Heimgeschleppe ist jede ins Bett und keine hat nen Wecker gestellt. Na ja ich glaube, wir waren kein großer Verlust. Gestern Abend war dann noch Abschiedsparty in der Bar des Hotels, in dem die Stralsunder übernachtet haben. War richtig lustig, und heute Morgen konnten wir ja mehr oder weniger ausschlafen.
Heute ging es dann um zwei mit dem Zug in das etwa 40 km entfernte Hämeenlinna zum Finnischkurs. Wir sind dort ein richtig bunter Haufen. Vier Deutsche, drei Engländer, drei Spanier, zwei aus der Tschechei und eine aus Mexiko. Morgen geht es zum Schlitten fahren und dann mal sehen was der Rest der Woche noch bringt.






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