Sonntag, März 13, 2005

Dies & Das

Nein, nein keine Angst hier kommen jetzt nicht die Kleinanzeigen in denen die neuesten finnischen Spezialitäten angeboten werden. Ich möchte eher mal auf die kleinen Unterschiede zwischen Finnland und daheim aufmerksam machen, die einem hier jeden Tag begegnen. Schon mal damit angefangen, dass hier die Türschlösser und Schlösser im Allgemeinen generell andersrum funktionieren als bei uns. Hier trinkt jeder Mittags in der Mensa ein Glas Milch, daher wohl leider auch die ganzen Milchbubis die hier rumlaufen.

Als einen kleinen Luxus haben wir uns jede eine schöne Müslischüssel mit dem dazu passenden Kaffeepott gegönnt. Das bisschen Geschirr, dass wir von der FH gestellt bekommen ist nämlich nicht gerade üppig sortiert. Wenns Suppe gibt wird die kleine Apfelschorleflasche von daheim als Maßbecher umfunktioniert, ein großer Karton vom Lidl ausgekleidet mit ner Mülltüte dient als Wäschekorb. Tja, Not macht erfinderisch.

Allerdings himmlisch sind die Sonnenuntergänge, die wir hier fast jeden Abend miterleben dürfen. Der Himmel strahlt dann in einem satten Blau, das sich gar nicht recht beschreiben lässt und Richtung Horizont geht es dann in ein warmes Orange über. Außerdem scheint fast ausnahmslos jeden Tag die Sonne, und der Schnee knirscht irgendwie schöner.

Fernsehen vermissen wir nicht wirklich und auch mein geliebtes Auto ist nicht so unersetzlich wie gedacht. Beim Sprudelkauf im nicht gerade nahegelegenen Lidl wäre so ein fahrbarer Untersatz aber dann doch was schönes. Muss ja nicht motorisiert sein, so ein kleines Omawägelchen würde auch reichen. Hauptsache nicht mehr so nach Hause schleppen :-(


Milchprodukte übrigens sind hier sehr zu empfehlen, alle außer "viili". Hierbei handelt es sich um einen ekelhaften rotzigen Brei aus Dickmilch, den wir leider fälschlicherweise für Quark gehalten haben.Noch steht er unberührt im Kühlschrank.
Auch sonst haben die Finnen in manchen Dingen komische Geschmäcker. Ihre Fleischwurst
"makkara", die auch in der Sauna über dem Dampf der Steine zubereitet wird, schmeckt ein bißchen wie aufgeweichte gewürzte Pappe. Bei unserem Ausflug nach Evo gab es abends zu den Mahlzeiten ein nicht identifizierbares Gebräu, das nach einer Mischung aus Bier, Met und ich weiß nicht noch was geschmeckt hat. Gleichermaßen grausam ist das Brot hier. Wir mussten zwar mit Erstaunen in einem unserer Reiseführer lesen ..

Zitat:"Finnisches Brot (leipä) lässt die übliche deutsche Klage, es gebe nur daheim ordentlich gebackenes, rasch verstummen. Es gibt graue und weiße Brotsorten; eine Spezialität ist das Ringbrot, flache und feste Leibe mit einem Loch in der Mitte - früher wurden die Brote an Holzstangen aufgereiht hängend bevorratet. Typisch füt Ostfinnland sind weichere und rundere Brotlaibe. - Sogar Schwarzbrot muss niemand vermissen, wenn das Rezept auch von der Südwestküste stammt."

Also die Autoren diese Buches müssen in einem anderen Finnland gewesen sein. Unsere Erfahrungen mit finnischem Brot glichen bisher noch keinem kulinarischen Höhenflug. Alles ist knatschig ohne Kruste oder es besteht nur aus Kruste. Knäckebrot ist noch das einzig wahre. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.


Aber es gibt durchaus auch positives aus Finnland zu berichten, z.B. über die Bahn. Hier kann man sich mit einem gültigen Studentnausweis für nur zwei Euro eine Berectigungskarte kaufen um dann nur noch für die Hälfte des regulären Preises durch die Gegend zu tuckern. Außerdem haben die Bahnschalter hier sogar Sonnntags geöffnet und die Bediensteten sind sehr freundlich und hilfsbereit.