Karnevaalit 2005
Soderle hab meinen geliebten Laptop zurück und unendlich viel zu berichten. Leider müssen die alten Geschichten noch ein bisschen warten, da ich unbedingt erst vom 13. April berichten muss.
Man sollte es nicht glauben aber wir haben vorgestern wie die Wilden mitten im Frühling Karneval gefeiert. Jetzt darf man sich das nicht ganz so wie Fasching bei uns vorstellen, sondern noch viel lustiger und eben anders.
Das Ganze ging von der Hochschule aus an der wir hier unser Praxissemester absolvieren. Als wir die ersten Plakate mit dem Titel "Karnevaalit" gesehen haben dachten wir nur, dass mal wieder ne normale Party steigt. Weit gefehlt. Unter Karnevaalit versteht man hier einen Gaudiwettbewerb mit allerlei Juxaufgaben die im Team erledigt werden, mit anschließender Party. Na ja und da Diana und ich allein noch nicht wirklich ein Team abgeben haben wir uns Verstärkung aus unserem Finnischkurs geholt.
Sehn wir nicht gut aus!
Kathrin (studiert in Hämeenlinna Modedesign), Aaron (Biotechnologie)den immer lustigen Spanier und Alex (Lebensmitteltechnologie) unsern Adonis aus Griechenland.
Jetzt war natürlich das Problem was machen wir uns für Kostüme. Aber mit Kathrin als Modedesignerin hatten wir da ja kompetente Unterstützung. So sind wir am Dienstagmittag in Hämeenlinna ins Stoffgeschäft gestolpert und haben uns quietschpinken T-Shirt Stoff gekauft. Wir haben uns entschlossen als Knallbonbon zu gehen. Unsere männlichen Begleiter habe es vorgezogen sich in zwei "Damen des horizontalen Gewerbes" zu verwandeln und als "Bitches" den Karneval unsicher zu machen. Besseres hätten sie auch gar nicht tun können. Sie waren die Attraktion des Tages!
Gleich abends nach unserem Finnischkurs ging’s für uns Mädels ans Kostüme schneidern. Kathrin hat uns so ne Art Kleid das man über der Hose trägt genäht, auf das wir dann bunten Mäusespeck aufgenäht haben. Eine rote Clownnase und ein langer gelber Tüllschal sowie eine schräge Frisur komplettierten unsere Aufmachung.
| Kathrin beim zuschneiden unserer Kostüme | Anprobe!! |
Mittwochmittag haben wir uns dann in unserer Wohnung fertig gemacht. Da noch nicht leider alle Kostüme von uns Candys fertig waren, gab’s Arbeitsteilung. Während ich Aaron geschminkt habe hat mir Diana Mäusespeck aufgenäht und Kathrin die Haare gemacht. Und das alles während ich mein Outfit schon trug, weil die Falten an mir abgesteckt werden musste. Es war ja schließlich keine Schneiderpuppe mehr greifbar.
Hier laufen die Vorbereitungen noch auf Hochtouren
Fertig gestylt ging’s dann kurz nach sechs als bunter Zug durch die Stadt zur Schule zusammen mit der Gruppe von unserem Tutor Lasse. Die gingen wie letztes Jahr als Village People. Unsere bunte Truppe hat dann unter den Passanten doch so einiges Aufsehen erregt, vor allem unsere beiden "Ladies".
Unsere Ladys beim Posing
Nachdem wir 4 Euro Startgebühr bezahlt hatten ging’s los. Lasses Gruppe hat immer vor uns die Aufgaben erledigt, und er hat uns als Dolmetscher gedient.
Die erste Aufgabe bestand darin das wir mit einer Banane zwischen den Schenkeln einen Gang entlanghüpfen mussten und immer am anderen Ende die Banane ohne sie mit den Händen zu berühren an den nächsten Mitspieler zu übergeben, der sie dann wiederum seinerseits zwischen den Schenkeln hüpfend zurück bringen musste. Da ja unsere beiden Bitches Röcke trugen, gab’s da kleine Probleme. Aber sie haben einfach ganz undamenhaft die Röcke bis auf die Hüften hochgeschoben und standen dann halt nur noch in ihren "sexy" roten Strumpfhosen da. Das Ganze wurde natürlich von tierischem Gegröle der umstehenden Studenten begleitet.
Kathrin in Action
Danach ging’s in die Stadt in den "Wild West Saloon" wo wir mehr oder weniger graziös unter einer Limbostange durchtanzten. Am Schluss wurden die Tanzenden einfach nur noch unter der Stange durchgeschoben, hat aber auch funktioniert.
Im nächsten Pub mussten wir singen, was sich äußerst schwierig darstellt, wenn nur finnisch-schwedische Songbooks zur Verfügung stehen. Und sich in unserer kunterbunten Gruppe auf ein Lied zu einigen dass alle kennen und auch den Text beherrschen war auch nicht einfach. Gewonnen hat schließlich der Song Barbiegirl von Aqua in einer leicht abgewandelten Version. Außer Gesang wurde nämlich auch noch die Performance bewertet.
Singen macht ja so Spaß!
Statt "you can brush my hair" hieß es bei uns "you can touch my hair" und unsere Grazien haben sich bei diesen Zeilen dann ihre leider allzu üppige Brustbehaarung gekrault. Sehr zum Vergnügen der Zuschauer.
Und noch viel mehr bei so einer Begleitung
Das vierte Spiel war nicht ganz so aufregend. Es war so ne Art Tabu und Lasse hat sich dazu bereit erklärt die finnischen Begriffe für uns in Englisch zu erklären.
Aber ist schon erstaunlich wie man plötzlich so schnell in Englisch denken und antworten kann. Ok ich hab’s manchmal auch in Deutsch rausgerufen.
Dafür hatte es das fünfte Spiel umso mehr in sich. Als wir ankamen lag vor dem Schiedsrichter eine Riesenpackung Kondome und uns schwante schon Böses. Als er dann auch noch eine Banane zum Vorschein brachte war uns klar das das nicht ohne Lachtränen ablaufen kann. Unsere Aufgabe bestand dann darin das Kondom über die Banane zu ziehen ohne unsere Hände zu benutzen, aber das ganze Team durfte dabei helfen. Diana hat sich dann bereit erklärt die Aufgabe zu erledigen und Aaron hat sich kurzerhand die Banane geschnappt und zwischen seinen Zähnen festgehalten. Zum Auspacken und auf die Banane setzen waren die Hände noch erlaubt. Unter lautem Gegröle ging’s los. Leider war das Kondom nur bis zur Hälfte der Banane gerutscht die Forderung seitens der Schiedsrichter lautete dann aber bis nach unten. Also hab ich mich erbarmt und mit Diana zusammen mit den Zähnen das Kondom nach unten gezogen. Ich möchte nicht wissen was Aaron dabei im Kopf rumgegangen ist, als wir zwei über ihn gebeugt waren und mit vereinten Kräften am Verhüterli zogen. ;-)
Auf den Bildern sieht es jedenfalls so aus als würden wir ne wüste Orgie feiern.
Wer von beiden hat heir jetzt wohl mehr Spaß?
Böses dem, der Böses dabei denkt ;-)
Die beiden letzten Aufgaben waren weniger wild. Eine bestand daraus fünf Strohhalme zu einem zusammenzustecken und dann möglichst schnell ein großes Glas leer zu saugen
Alex hat das wunderbar in Bestzeit erledigt. Am Schluss ging es noch darum aus leider völlig zerbeulten Bierdosen einen möglichst hohen Turm zu bauen, der dann auch noch so lange gemessen wird stehen bleiben sollte. Daran sind wir kläglich gescheitert, weil Alex eine kaputte Dose nach der anderen draufpackte. Wir haben uns dann schließlich durch eine kleine Lambadaeinlage und Bestechung des Schiedsrichters mittels Bier noch neun Punkte gesichert.
Wir hätten es auch gar nicht anders erwartet,
als dass unsere "Schlampen vom Dienst" sich
am Besten auf´s Saugen verstehen ;-)
Bestechung war sowieso das Stichwort des Tages. Immer wenn ein Schiedsrichter nicht gewillt war uns volle Punktzahl zu geben, kamen unsere "Geheimwaffen" auf den Plan. Aaron und Alex haben dann ihre ganzen "weiblichen Reize" in die Waagschale geworfen und die Schiedsrichter bezirzt wo es nur ging. Und sie gingen dabei völlig in ihrer Rolle auf. Es war zum Piepsen.
Hier ein Beweisfoto für die Bestechungsversuche.
Leider war dieser Schiedsrichter immun.
Er hätte lieber ein Bier gehabt.
Leider war dieser Schiedsrichter immun.
Er hätte lieber ein Bier gehabt.
Nachdem wir noch mal kurz zu Hause waren um das MakeUp aufzufrischen und die Kostüme fertig zu machen, weil es Mittags nicht mehr ganz gereicht hat, ging’s zurück ins Seurhuone zur Abschlussparty und Siegerehrung. Wir saßen vielleicht gerade mal 5 Minuten als unser Gruppenname "Candybitches" durchs Mikrofon schallte. Wir wurden nach vorne auf die Tanzfläche geholt ohne zu wissen was eigentlich los war. Bis uns jemand aufklärte und wir erfahren haben dass wir soeben den ersten Platz belegt haben.
GRINS!!
So sehen Sieger aus
Hatte sich die ganze Mühe also gelohnt. Wir rechneten jetzt damit dass jeder von uns was zum Trinken bekommt, aber weit gefehlt. Wir haben alle einen MP3 Player gewonnen und waren zudem noch die Attraktion des Abends. Hach war das schöööööööööön!
Ich hab soviel getanzt wie schon lange nicht mehr, und wir hatten alle einen Heidenspaß. Ins Bett zurück ging’s erst nachdem im Club schon die Lichter wieder angingen und draußen die Vögel eifrig ihre "Guten-Morgen-Lieder" trällerten.
Nach einer dringend nötigen Dusche sind wir alle todmüde ins Bett gefallen, unsere Übernachtungsgäste vielmehr auf den Boden!
Nach 1 1/2 Stunden hieß es schon wieder aufstehen, weil Kathrin in die Schule musste.
Den Rest des Tages haben wir dann eher gemütlich angehen lassen und sind nur mittags zum Finnischkurs nach Hämeenlinna.














0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home