Besichtigung von Hämeenlinna
Gestern ging es mit dem Zug nach Hämeenlinna. Wir wollten dort schon seit langem die Festung der Stadt besichtigen. Wem Hämeenlinna jetzt grad nichts sagt hier mal ne kurze Einführung in die Geschichte und Lage der Stadt, in die wir zweimal die Woche für unseren Finnischkurs gefahren sind.
Sie liegt ungefähr 20 Minuten mit dem Zug entfernt von Riihimäki. Hämeenlinna ist die Hauptstadt der Provinz Südfinnland und zudem auch noch die älteste Binnenstadt Finnlands.
Hier hat es ganz viele solcher kleiner Boote
Jean Sibelius der berühmte finnische Komponist ist hier geboren. Man kann sein Geburtshaus besichtigen und die Stadt hat ihrem berühmten Sohn eine Straße, einen kleinen Park inklusive Denkmal gewidmet. Dieses ist allerdings nicht ganz so modern, wie das in Helsinki.
Jean Sibelius Denkmal
In der Schule im Wetterhoffgebäude werden von hoffnungsvollen Jungdesignern aus den Bereichen Mode, Schuhdesign, Keramik und Glas lauter schöne Dinge hergestellt, die dann im angrenzenden Laden verkauft werden. In der Stadt hat es ähnlich wie in Freiburg einen großen Marktplatz und entlang der Haupteinkaufsstraße Linnankatu kann man Sehenswürdigkeiten, Boutiquen und Restaurants finden. Und etwas außerhalb des Zentrums nahe beim Wetterhoffgebäude liegt unser Lieblingscafé „Café Kaneli“. Dort gibt’s die unbeschreiblich guten „Pähkinän särkijä“ was soviel wie Nussknacker heißt. Dabei handelt es sich um minikleine braune Dreiecke aus Schokolade mit Walnüssen ähnlich wie Brownies aber besser. Das Rezept wollte man mir leider nicht verraten. Wäre auch zu schön gewesen.
Und im Internet findet man leider nichts darüber. Lasse kennt die Dinger auch nicht.
Die Burg erhebt sich prächtig auf einem kleinen Hügel direkt am Wasser. Die Hämeburg (schwedisch Tavastehus), ist die zweitgrößte Reichsburg in Finnland. Sie wurde inmitten der Wildnis von Häme errichtet. Im 17. Jahrhundert wuchs um sie herum eine Stadt gleichen Namens. Linna heißt nämlich nichts anderes wie Burg. Der Burgbau selber hat offenbar um 1300 rum begonnen. Die Burg war zu dieser Zeit Bestandteil der Verteidigungslinien gegen Osten.
Mit Ausnahme des Erdgeschosses ist die Häme-Burg vollständig aus Backstein gebaut. Damit setzt sie sich von den übrigen Burgen des Landes ab, für die bis Ende des 15. Jahrhunderts Natursteine verwendet wurden. Mit ihrem quadratischen Grundriss und ihrer nahezu kubischen Form ähnelt sie stark den deutschen Ordensburgen, die im Mittelalter in den baltischen Ländern und in Ostpreußen gebaut wurden. Der deutsche Einfluss ist unverkennbar, und auf ihn ist wahrscheinlich auch die Wahl des Baumaterials zurückzuführen - die Backsteine wurden vor Ort von deutschen Handwerkern hergestellt. Die innere Hierarchie der Räume war so organisiert, dass die vornehmsten Räume sich im 1. Stock befanden. Der quadratförmige Burghof hatte einen externen Laubengang in Höhe des 1. Stocks, von dem man durch ornierte Backsteinportale Zutritt zu allen Räumen hatte. Der Laubengang ist wiederhergestellt und die Portale sind restauriert worden.
Burg von hinten
Im Innern der Burg die stellenweise auch völlig modern renoviert wurde gibt’s eine Ausstellung über fünfzig Jahre Mode und ihre Wandlung im Laufe der Zeit. Dort kann man Hochzeitskleider aus der Zarenzeit bewundern, Abendkleider aus den „Goldenen Zwanzigern“ oder ein Kleid einer Debütantin samt Accessoires. Hab ohne Ende Bilder gemacht, Die könnt ihr euch gerne im Fotoalbum zu unserm Ausflug auf meiner Homepage wieder anschauen.
Ausstellung über die Entstehung der Burg und das Gebiet Häme
Nach ausführlicher Burgbesichtigung ging’s zurück in die Stadt. Dort haben wir uns im Supermarkt mit lecker Obst eingedeckt und sind zu unserm Lieblingsplatz am See geschlendert. Dort am Steg haben wir uns immer in die Sonne gelegt, sofern welche da war, um auf den Beginn des Unterrichts zu warten. Um vier haben wir uns dann noch mit Katrin und Monique zum Kaffee getroffen und dann ging’s zurück nach Riihimäki.
schwimmende Cafés an unserm Lieblingsplatz
Und weil das Wetter so schön war hat es uns noch nach draußen verschlagen um ne Runde zu laufen. War richtig schön so an der frischen Luft. Aber den Weg ins Bett hab ich auch gestern nicht gefunden. Hab dafür aber ein paar Fotos gemacht um 3.30 Uhr um euch mal zu zeigen wie dunkel bzw. hell es bei uns in der Nacht ist. Bin und bleibe halt ne Nachteule. ;-))












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