Jippieh meine Eltern kommen zu Besuch
Zur Begrüßung habe ich beiden extra in der Bäckerei ein Korvapuusti gekauft und für mich gab's von ihnen noch nen Elsässerweck mit Schwarzwälder Schinkenspeck.
Zurück ging´s mit dem Mietwagen, nachdem wir es endlich geschafft hatten in dem kleinen Piccanto den großen Koffer und die Reisetasche unterzubringen. Gott sei Dank hatte sich der Wetterbericht nicht bestätigt und es war die ganze Zeit über strahlendes Sommerwetter.
Wir sind dann direkt zum Hotel und haben später dort auch noch was gegessen. Ich habe ihnen dann bei einer kleinen Spritztour noch Riihimäki, meine Laufstrecke, unsere Schule und so gezeigt.
Tampere 01.07.2005
Am Freitagmorgen sind wir dann zu viert nach Tampere gefahren. Dort ging es zuerst ins „Tallipiha“-Viertel was soviel wie Stallhof heißt. Das ist inter dem Finlayson-Areal und eine beliebte Attraktion für die ganze Familie. In den alten schmucken Holzhäusern werden kunstvolle Handarbeiten, Textilien, Keramik, Schmiedearbeiten, Tiffanyglas und Grafik angeboten. Das Schokoladenmädchen lockt mit hausgemachter Schokolade. Doch zuallererst haben wir uns zu ner kleinen Pause ins Café Vatruska gesetzt in dem man auch köstliche Beerenweine versuchen kann.
Im Café Vatruska
beim Schokoladenmädchen
Von dort gingen wir zu Fuß rüber in den „Särkenniemi“ Freizeitpark. Dort gibt es einen großen Aussichtsturm für den man auch Einzeleintritt bezahlen kann und von dem man eine atemberaubende Aussicht auf Tampere und die beiden angrenzenden Seen „Näsijärvi“ und „Pyhäjärvi“ hat.
Aussichtsturm im Erlebnispark
Danach ging es weiter zum Finlaysongebäude. In dem alten Backsteingebäude der ehemaligen Baumwollfabrik sind jetzt das Zentralmuseum der Arbeiterbewegung, das Medienmuseum, das Spionagemuseum und viele mehr.
Die alte Markthalle stand als nächstes auf unserem Plan. Sie liegt nicht weit entfernt vom Marktplatz. Dort haben wir dann Rentierschinken probiert. Also wenn ich nicht gewusst hätte dass ich Rentier esse könnte es genauso ziemlich salziger Schinkenspeck sein können. Und weil nach soviel Sightseeing auch mal der Magen knurrt sind wir Richtung Stromschnelle runter ans Wasser gelaufen und haben es uns dann bei einem Griechen auf der Sonnenterasse gut gehen lassen. Und das mit ner wunderschönen Aussicht auf Wasser.
Wieder im Auto sind wir dann noch ins alte Arbeiterviertel „Pispala“ gefahren. Das ist einer der bekanntesten Stadtteile in Finnland und das Viertel mit seinen engen Gassen und steilen Abhängen ist einmalig. Vom Landrücken Pispala eröffnet sich ein herrlicher Blick nach Norden auf den See Näsijärvi und nach Süden über den See Pyhäjärvi bis nach Pirkkala und Nokia.
alter Schrotturm
Und mitten in diesem Viertel steht das Wahrzeichen, der alte Schrotturm. Er stammt aus dem Jahre 1908, ist 55 m hoch und in ihm wurden bis 1972 noch Schrotkugeln hergestellt.
Samstag 02.07.2005 – Helsinki Sightseeingtour
Da bei einem Finnlandtrip natürlich nicht eine Stadttour nach Helsinki verbunden mit der Besichtigung der bekanntesten Sehenswürdigkeiten fehlen darf, ging es am Samstag Richtung Hauptstadt. Unsern roten Flitzer haben wir untern Forum-Einkaufszentrum geparkt und sind von dort aus zu Fuß weiter.
Zuerst ging es geradewegs ins Stockmann das größte und eigentlich auch schönste Kaufhaus am Platze. Es wurde von einem Lübecker Kaufmann vor vielen Jahren gegründet. Von dort ging es weiter über die Alekserinkatu zum Senatsplatz, wo der Dom steht. Dann weiter zum Hafen in die alte Markthalle zum Fischbrötchen mampfen. In meinem Falle ein kleines Roggenbrötchen mit Flusskrebsschwänzen, sehr lecker!!!
alte Markthalle
Dann ab in die Straßenbahnlinie 3T mit der man für 1,80 € eine einstündige Rundfahrt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten unternehmen kann. In der Nähe der Felsenkirche sind wir dann ausgestiegen und haben uns auf die Suche nach besagter Kirche gemacht. War gar nicht so einfach denn sie liegt versteckt in einem Häuserblock auf einem kleinen Hügel mitten im Wohnviertel. Und dann mussten wir auch noch warten, weil die Kirche an diesem Samstag ausgebucht war für Hochzeiten. Immer in den Pausen war dann geöffnet für Touris. Innen drin gab's dann sogar noch ein kleines Orgelkonzert.
in der Felsenkirche
Weiter zu Fuß zur Haltestelle um unser Rundfahrt fortzusetzen. Am Hafen sind wir dann wieder ausgestiegen. Und weil uns auch die Inselwelt vor den Toren Helsinkis interessiert hat, haben wir uns entschieden mit der „Doris“ eine 1 ½ stündige Rundfahrt zu unternehmen. Es ging hinaus vorbei an einer kleinen Insel mit Holzkirche zu der an diesem Tag auch gerade eine Hochzeitsgesellschaft unterwegs war. Noch idyllischer kann man eigentlich nicht heiraten.
Holzkirche auf Insel
Unsere Bootstour wurde glücklicherweise auf Finnisch, englisch, schwedisch, deutsch und russisch kommentiert damit wir auch wussten wo wir da grad rumtuckern. Endlich habe ich mal die Teppichwaschanlage direkt am Wasser gesehen an der traditionsgemäß die Männer die Teppiche direkt am Wasser schrubben. Es ging nach Valkosaari, Suomenlinna, rings um kleinere Ferieninseln mit öffentlicher Saunaanlage und um Gebiete die auch heute noch dem Militär gehören. Wenn man den Bericht aufmerksam verfolgt hat, konnte man feststellen dass so ungefähr jedes kleine Fleckchen Erde vor Helsinki mal unter russischer Besatzung war. Im Gasthafen von Helsinki kann man an den gehissten Fahnen erkennen, aus welchem Land gerade Boote am Steg liegen.
Weiter zum Hafen von Hakaniemi in dem die finnische Eisbrecherflotte vor Anker liegt. Diese Eisbrecher schaffen Schichten bis zu einer Stärke von 6m, was auch nötig ist. Denn im Hafen hat es schon Eisschichten bis zu 2 m gegeben. Abends sind war dann in einem Restaurant das vom Reiseführer empfohlen wird noch essen gegangen – dem „Kynsilaukka Garlic“. Dort wird alles mit Knoblauch gemacht, sogar der Kaffee. Also als Vampir würde man sich darin nicht wohl fühlen, denn es ist auch überall mit Knoblauch dekoriert.
Knoblauchrestaurant
Turku 03.07.2005
Am Sonntag war ich zum Fest des Tages zum Frühstück eingeladen. Mit Lachsbrötchen im Bauch sind wir dann Richtung Westen nach Turku aufgebrochen, oder Abo wie es mit schwedischem Namen heißt. War allerdings ne elende Gurkerei, weil es kaum Autobahn auf diesem Streckenabschnitt gibt.
Geparkt haben wir in der Nähe des Doppelmuseums „Aboa Vetus & Ars Nova“. Im Jahre 1997 wurde das lebendige und vielseitige Museum zum zweitbesten Museums Europas gekürt. Das Gebäude in dem sich die Museen befinden, ist der Privatbesitz eines früheren Turkuer Tabakfabrikanten. Im Museum „Aboa Vetus“ kann man ein gut erhaltenes mittelalterliches Stadtviertel entdecken und eine Ausstellung, die auf anschauliche Weise archäologische und historische Forschungsergebnisse präsentiert.
Minnesänger
Ganz im Gegensatz dazu steht das Museum „Ars Nova“ in dem moderne Kunst ausgestellt wird. Den Grundstock der Ausstellung bildet eine repräsentative Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, die über 500 Werke finnischer und internationaler Vertreter der modernen Kunst umfasst. Was uns aber viel mehr interessiert hat als die beiden Museen war der an diesem Wochenende stattfindende Mittelaltermarkt. Den gibt es jetzt schon seit 10 Jahren, wie wir im Nachhinein erfahren haben. Vier Tage lang herrscht mittelalterliches Treiben auf dem „Alten Großmarkt“. Zur richtigen Marktstimmung trugen die Reihen der Marktstände bei, an denen ganz im Geiste der damaligen Zeit gefertigte Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände feilgeboten wurden.
Die ganze Straße entlang des Aurajokis war gesäumt mit Ständen von Filzern, Schreibern, man konnte sich Karten legen lassen. Es gab außerdem auch einen Schaubereich wo eine Seifensiederei, ein Schmied, Bierbrauer, Weberei, Silberschmiede usw. untergebracht waren. Alles sehr interessant. Interessant war auch, dass wirklich alles total auf Mittelalter gestylt war. Denn es gab die Sau vom Spieß mit Krautsalat und Brot dann nicht etwa vom Plastikteller sondern stilecht von einem Stück Holz mit Holzbesteck. Und da es damals ja noch keinen Hotdog gab, haben wir unsere Wurst, die nach Mittelalterrezept hergestellt war nicht etwa mit Brötchen, sondern eingewickelt in einem rohen Krautblatt bekommen. Die Wurst sollte man dann so essen, dass ein bisschen von dem Fett aufs Blatt tropft und es so geschmeidig wird. Sie war richtig würzig durch die vielen verwendeten Kräuter. Und das bester war, sie wurde von zwei deutschen Köchen und einem Fleischer hergestellt, die seit ein paar Jahren in Finnland wohnen.

Schick, oder?
Das schöne am Mittelaltermarkt waren die Preise, bei denen man meinen könnte sie hätten sich auch an der damaligen Zeit ausgerichtet. Wir haben zum Beispiel einen Stand entdeckt an dem es die typischen Butterstreicher aus Holz zu kaufen gab, aber auch schöne Schmuckdöschen, Pfannenwender, Gurkenpiekser usw. Allerdings hat dort ein Schmuckdöschen in der Größe von 8x5 cm 10 € gekostet, während das gleiche Döschen in einem Souveniershop in Helsinki satte 36 € kostet. Und weil so ein Bummel über den Markt auch durstig macht haben wir uns mit echtem „Sima“ gestärkt. Das ist das Getränk was eigentlich traditionell an Vappu am 1. Mai getrunken wird. In meinem Bericht von damals könnt ihr auch das Rezept dazu finden. War wirklich sehr erfrischend.
Seifensiederei
Vom Mittelaltermarkt ging es weiter zum Dom von Turku. Er ist das finnische Nationalheiligtum. Das der Jungfrau Maria und dem Bischof St. Henrik gewidmete Gotteshaus wurde 1300 zum Dom geweiht. Und von dort sind wir dann aufgebrochen zu unserem Rundweg auf dem man so an allen wichtigsten Sehenswürdigkeiten Turkus durchkommt. Angefangen beim Dom endete unser Spaziergang entlang an den Ufern des Aurajokis bei der Sigyn. Vorbei am erwähnten Doppelmuseum „AboaVetus & Ars Nova“, weiter zur Statue des finnischen Langstreckenläufers „Paavo Nurmi“. Auf dem weiteren Weg kommt man am Apothekermuseum vorbei, welches sich in dem um 1700 erbauten Qwensel-Haus befindet, dem ältesten noch erhaltenen Bürgerhaus.
Weiter geht’s vorbei am Stadttheater, am Freilichttheater „Samppallinna“ und am Brauereirestaurant „Hermanni“. Nicht weit entfernt davon verkehrt die Flussfähre „Föri“, mit der man sich kostenlos ans andere Ufer übersetzen lassen kann. Direkt neben der Fähre befindet sich der Gasthafen von Turku und nicht weit davon ragt aus dem Wasser die von dem Berliner Künstler Achim Kühn geschaffene Metallplastik „Harmonie“. Sie sieht aus wie eine Walflosse aus Glas und Metall. Wenn man jetzt noch ein paar Schritte geht steht man auf dem Varvintori-Platz. Dort sieht man auch schon die Dreimastbark Sigyn und dann ist man auch schon am Hafen von Turku von wo aus man die Burg sehen kann.
Burg Turku
Und weil sich mein Vater an diesem Punkt dann auch schon wie ein finnischer Langstreckenläufer fühlte sind wir mit dem Taxi zurück zu unserem Auto und damit dann hoch zur Burg gefahren. Die Turkuer Burg (Turun Linna) deren Geschichte um 1290 beginnt ist einer der bedeutendsten Nationalschätze Finnlands. Ihre Glanzzeit erlebte die Burg zur Hälfte des 16. Jahrhunderts, zu der Zeit von Herzog Johan und Katarina Jagellonica, als u.a. das Renaissancestockwerk entstand. Heute kann man durch die fast komplette Burg durchspazieren und sich einen Einblick in die Bekleidungs-, Einrichtungs- und Fest- bzw. Brauchtumskultur vergangener Zeiten gewinnen.
Kapelle Turku
Nach diesem ereignisreichen Tag mussten wir uns erstmal stärken und haben deshalb am Rückweg von der Burg am Brauereirestaurant „Hermanni“ Halt gemacht. Da gibt es nämlich Pilsener, Märzen und Helles gebraut nach deutschem Reinheitsgebot.
Bier Turku
Lahti 04.07.2005
Heute war nach dem Frühstück erstmal Kultur im Museum angesagt. Das Finnische Glasmuseum in Riihimäki ist ein Spezialmuseum, in dem die Geschichte der Glasherstellung und das Glasdesign gezeigt werden. Das Museum befindet sich seit 1981 in einer ehemaligen Glasfabrik, deren Umgestaltung von Tapio Wirkkala geplant wurde.
Olympiavase
Im Glasmuseum kann man sich mit der über 4000 Jahre alten Geschichte des Glases und der 300-jährigen Tradition der Glasherstellung in Finnland vertraut machen. Die Sammlungen des Museums umfassen in der Hauptsache finnisches Gebrauchs- und Designglas sowie Glaskunst aus der Zeit vom 18.-21. Jahrhundert. Die ehemalige Glashütte dient heute als Raum für Wechselausstellungen.
Und gleich gegenüber liegt das Jagdmuseum. Ein Muss natürlich für meinen Vater den Jäger. Wir sind halt auch mit gezottelt, aber ich muss zugeben es war erst noch interessant. Die Dauerausstellung des Museums gewährt dem Besucher einen Einblick in die über 10000 jährige Geschichte der Jagd in Finnland - es wird die Entwicklung von der Erwerbsjagd bis zur Hobbyjagd gezeigt. Dem Besucher werden in der Ausstellung u.a. der Lagerplatz eines Steinzeitlichen Jägers, die Treibjagd des Wilderns, der Pelzhandel und der Robbenfang vorgestellt.
Im Museum sind auch verschiedene Fanggeräte und Köder von der Steinzeit bis zur Gegenwart ausgestellt. Eine eigene Ausstellung bilden die bei der Jagd benutzten Feuerwaffen, beginnend von den Vorderlader-Steinschlossbüchsen bis zu den modernen Jagdwaffen. In der Dauerausstellung des Museums kann man auch die zugehörigen Talismänner betrachten. Auch die wichtigsten und interessantesten Beutestücke werden gezeigt.
Im Sako-Sali kann der Besucher sich mit den Produkten der finnischen Waffenindustrie im 19.Jahrhundert beschäftigen. Sako ist auch die Firma über deren neueste Errungenschaft auf dem Waffenmarkt ich mit meinem Team die Image-Cd erstellt habe, im Rahmen meines Praxissemesters.
Im Safari-Zimmer sind exotischere Wilde Tiere aus anderen Teilen der Welt ausgestellt.Das war aber irgendwie der gruseligste Teil des ganzen Museums. Ein Elefantenfuß umfunktioniert als Hocker würde ich mir nicht ins Wohnzimmer stellen wollen.
Nach soviel Kultur ging’s dann erstmal weiter nach Lahti, der Sporthauptstadt Finnlands und dort gleich hoch zur Schanzenanlage. Auf dieser Schanzenanlage werden seit 1923 die berühmten Winterspiele ausgetragen. Von den drei Schanzen (116m, 90m und 64 m) sieht man die größte auch heute noch bei Winterspielen im Fernsehen. Die Nordischen Skiweltmeisterschaften finden alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren in den Disziplinen des Ski Nordisch (Skilanglauf, Skispringen, und Nordische Kombination) statt. Veranstalter ist der Weltskiverband FIS. Erstmals wurden Weltmeisterschaften im nordischen Skisport 1924 abgehalten. Bis 1939 fanden die Wettbewerbe jährlich statt, bis 1982 alle zwei Jahre.
Und genau auf diese K 116 sind wir dann auch mit dem Sessellift hochgefahren. Es ist schon ein beeindruckender Anblick wenn man unten am Fuß der Schanzen steht. Und witzigerweise ist direkt am Auslauf im Sommer das Freibad von Lahti. Bei den Außentemperaturen hätte ich auch am liebsten einen Sprung ins Kühle Nass gemacht.
Oben angekommen kann man dann erstmal bezahlen, davon steht unten aber nichts. Mit dem Lift ging’s hoch auf 116m. Am Ende des Lifts muss man dann noch ein paar Treppen steigen bis man eine atemberaubende Aussicht rings rum und nach unten erhält. Also ganz schön gruselig wenn man da oben steht und sich den Weg anschaut den die Skispringer da zurücklegen. Es geht steil nach unten und eigentlich sieht man gar nicht die Fläche wo man später aufkommt.
Das schönste dort oben war aber ein schwäbisches Ehepaar, die man ganz ohne Verrenkungen fragen konnte: Tschuldigung, däde sie grad gschwind ä Foto vun uns drei mache. Grad druffdrucke und warte bis es gggrrrr macht!“ Hach ich freu mich wenn ich wieder daheim bin.
wir drei auf der großen Schanze
Da dort oben im Glaskasten aber eine Hitze wie in der Sauna herrschte, sind wir auch bald wieder runter. Aber jetzt können wir sagen, wir sind schon im selben Fahrstuhl gefahren wie Janne Ahonnen, Sven Hannawald und Co. Zurück mit dem Sessellift, vorbei am Schiedsrichterkabuff. Außer der Schanzenanlage gibt es dort noch einen Sport- und Leichtathletikplatz und ein Fußballfeld. Im Winter verwandelt sich das Ganze dann zu einem Ski- und Biathlonstadion mit Start, Ziel und Schießplätzen. Der Schanzenrekord auf der großen Schanze wird übrigens von Ronny Ackermann mit 133 m gehalten, aufgestellt 2002.
Schanze runter
Und gleich weiter zur nächsten Attraktion. Im Kariniemi-Park in der Nähe des Hafens befindet sich die größte Wasserorgel ganz Skandinaviens. Und um 13 und 18 Uhr kann man deren Spiel sogar untermalt von berühmten Filmmelodien bewundern. Nach ein bisschen Relaxen im Park war dann finnische Architektur angesagt. Die Ristinkirkko (Kreuzkirche) vom Architekten Alvar Alto liegt auf einer Geraden quer durch die Stadt mit dem von Eliel Saarinen entworfenen Rathaus.

Kreuzkirche Licht und Schatten
Die Kirche ist ziemlich modern und nüchtern gehalten und berühmt für ihre Orgel mit den 52 Registern. Wir kamen durch Zufall genau zur Probe eines kleinen Orchesters und haben uns ein kleines Privatkonzert natürlich nicht nehmen lassen. Die Kirche hat nämlich eine wunderbare Akkustik.
Nicht weit von der Kreuzkirche befindet sich der Marktplatz von Lahti. Und nicht weit vom Marktplatz die Pizzeria Mama Maria in der es auch einen deutsch sprechenden Ober gab. Mit Pizza belegt mit Krabben und frischem Rucola drauf habe ich mich dann gestärkt für den Rest unserer Tour. Denn als nächstes stand das Rathaus auf unserer Liste. Das von dem Architekten Eliel Saarinen entworfene Ziegelsteingebäude im Spätjugendstil wurde 1912 erbaut und 1985 restauriert. Von dort hat man ne herrliche Sicht bis rüber zur Kreuzkirche.
Rathausturm
Als letztes sind wir dann runter zum schönen Hafen gefahren, wo sich auch das Sibeliushaus befindet. Irgendwas mit dem Namen Sibelius findet man wohl in jeder Stadt Finnlands. Die Sibelius Halle ist das größte öffentliche Holzgebäude, das in den letzten 100 Jahren in Finnland erbaut wurde. Sie verfügt über einen Konzertsaal mit einmaliger Akustik.
Mitten im Gebäude befinden sich eine mächtige Holzhalle sowie Kongress- und Ausstellungsräume, ein Restaurant und eine Sommerterrasse. Das Gebäude bietet Kongressräume für mehr als 1000 Personen in einer wunderschönen Uferlandschaft.
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Und an eben dieser wunderschönen Uferlandschaft haben wir uns noch ein bisschen die Abendsonne ins Gesicht scheinen lassen und sind dann zurück. Und da Lapilla auch auf unserem Heimweg lag, haben wir dorthin noch einen Abstecher gemacht. Denn dort in der Nähe steht das Mökki von Lasses Eltern und das wollte ich meinen Eltern unbedingt zeigen.
Und weil wir uns ein bisschen verfahren hatten, kamen wir erst in kurz nach halb zwölf in Riihimäki an. Dachte schon ich muss auf der Landstraße in meinen Geburtstag reinfeiern.
Meine vier Geburtstagsgäste haben dann um zwölf für mich Happy Birthday gesungen. Thorsten war leider nur via Skype und ICQ sozusagen live zugeschaltet. Und Diana hat mich mit einem selbstgebackenen Kindergeburtstagskuchen und zwei Kerzen in Form von ner zwei und ner sieben überrascht. Hilfe iiiiihhhh ich bin 27!!! Alte Kunkel ( würd mein Bruder jetzt sagen).
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Dienstag 05.07.2005 - Mein Geburtstag
Am Dienstag ging es dann zum großen Geburtstagsshopping nach Helsinki. Und da Männer dem ja bekanntermaßen nicht soviel abgewinnen können, haben wir meinen Vater einfach später im Esplanadipark bei einem Glas Cider und dem neuesten Minette Walters Krimi geparkt. Aber zuerst standen noch zwei Kirchen auf unserem Programm.
Die Uspenski-Kathedrale in Helsinki entstand 1868 nach Entwürfen des Architekten A.M. Gornostajew und ist die größte russisch-orthodoxe Kirche im altrussischen Stil in Westeuropa. Sie wurde dem Todesschlaf der Gottesmutter geweiht. Weiter ging es zum Dom auf dem Senatsplatz. Er wurde zwischen 1830 und 1852 im Empirestil von dem Architekten Carl Ludwig Engel erbaut, der sich St. Petersburg zum Vorbild nahm.

Mein Wunsch war ja ein finnisches Designerstückchen von „marimekko“. Ich bin ja sonst nicht so, aber das musste sein. Leider musste ich feststellen dass das von mir gewünschte Modell nicht in meinem Wunschdesign hergestellt wurde. Aber ich hab jetzt trotzdem was schönes gefunden. Ein richtiges Sommertäschchen in quietschgelb. Danach ging es noch in die Haupteinkaufsmeile „Alekserinkatu“. Wir haben da noch ein bisschen H&M und Co. Durchstöbert denn es ist grad überall Sommerschlussverkauf. Das muss man doch schließlich ausnutzen, nicht wahr?! ;-)
Müde aber glücklich über gelungene Einkäufe haben wir dann unser Familienoberhaupt wieder im Park eingesammelt und unsere Einkäufe im Auto verstaut. Danach gingen wir ins „Havis Amanda“ zum Lecker Fisch essen.
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Es war ein wirklich schöner Geburtstag. War nur schade dass mein Schatz nicht da war, aber hab ihn ja bald wieder.
Mittwoch 06.07.2005
Tja auch die schönsten Tage gehen leider zu Ende. Am Mittwoch hieß es dann schon wieder Koffer packen für meine Eltern und auch für mich. Ich habe ihnen nämlich schon mal nen großen Teil von meinem „Kruscht“ mitgegeben. Aber da der Flug ja erst um 18.15 Uhr ging, haben wir auf dem Weg zum Flughafen noch einen Abstecher nach Hämeenlinna gemacht.
Ich habe ihnen noch unser Lieblingscafé gezeigt und dann sind wir noch in den berühmten Park „Aulanko“. Leider musste ich am Dienstag feststellen als ich mit Tobias und Diana noch mal dort war, dass wir nicht alles vom Park gesehen haben. Und schon hieß es Abschied nehmen. Aber nicht mehr für lange. Jetzt sind es heute am 13. Juli noch 31 Tage dann fliegen auch wir wieder heim.
















































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