Kiasma Helsinki und Holzhausstadt Porvoo
Am Donnerstag den 14. Juni war mal wieder Kultur- und Ausflugstag. Erst ging es mit dem Zug nach Helsinki und dort ins „Museum für zeitgenössische Kunst“ namens Kiasma. Tobias hat uns nämlich ganz begeistert am Dienstag von der Ausstellung berichtet, als wir abends vorm Museum noch unsern Kaffee getrunken haben. Und da nach Porvoo keine direkte Zugverbindug besteht mussten wir sowieso erst nach Helsinki.
Kiasma - der Name wird vom griechischen Buchstaben Chi abgeleitet und soll für Querverbindungen zwischen den Kulturen stehen! Das Museum wurde 1990 gegründet als Teil der Finnischen Nationalgallerie. Es beherbergt zur Zeit die Ausstellungen "In Another World", eine Metallplastik von "Kimmo Schroderus" und eine Filminstallation von "Pia Tikka" mit dem Titel "Obsession". Außerdem noch einiges anderes. Na ja Querverbindungen hin oder her, ich war nicht ganz so begeistert, und ich glaub Diana auch nicht. Oder muss man es jetzt als Kunst anerkennen, wenn sich jemand sein Gemächt nach hinten bindet und dann wie ein Pferd im Kreis um einen Pfosten läuft? Nö, oder?
da waren die hier schon netter anzusehen...
Die Ausstellung "Another World" war dagegen recht nett anzusehen. Ich bin mir ehrlich gesagt ein bißchen vorgekommen wie im Europa-Park in Piraten in Batavia. Dekoriert waren die Ausstellungsstücke an und auf Europaletten. Das meiste davon war ziemlich kunterbunt, sah ein bißchen aus wie in Bali auf dem Flohmarkt oder selbstgebastelt.
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Gab aber auch ein paar interessante oder schöne Ausstellungsstücke. Zum Beispiel war da auf einer sich drehenden Scheibe aus Hasenstalldraht eine kleine Miniwelt aus dem gleichen Material aufgebaut. Und das ganze wurde von einer kleinen Lampe beschienen und hat beim Drehen schöne Schatten an die Wand geworfen.
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Aber erst mal ein bisschen Geschichte. Der Fluss von Porvoo erhielt seinen Namen im 14. Jhd. nach den auf dem Burgberg errichteten Erdbefstigungen. Später entstand daraus der Name der Stadt, der sich vom schwedischen Wort „Borga“ (borg=Burg, borg-a=Burgfluss) ableitet. Die Befestigungsanlagen gibt es heute nicht mehr, und an die damalige Zeit erinnern heute nur noch die Grabenanlagen.
Porvoo ist nach Turku die zweitälteste Stadt Finnlands, aber das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt. Für uns ging der Weg zuerst zur Domkirche. Der weißgetünchte Bau ist jetzt keine extra prachtvolle Kirche und erinnert eher an eine kleine Dorfkirche, ist aber in einem schönen Kirchhof gelegen. aber er ist nichts desto trotz das Wahrzeichen der Stadt undgenauso bekannt wie die roten Holzhäuschen. Weiter ging es dann auf einer kleinen Straße mit monstermäßigem Kopfsteinpflaster, entlang den rot gestrichenen Lattenzäunen. Der Weg endet mitten auf dem Rathausplatz an dem sich das Café Fanny befindet. Dort kann man auch die berühmten „Runeberg-Törtchen“ vernaschen, benannt nach dem bekannten Dichter Johan Ludvig Runeberg Wir haben aber keine versucht.
Runeberg-Törtchen (Runebergintortut)
Zutaten:
- 1 Ei
- 1 dl Zucker
- 1 dl Sahne
- 50 g Mandeln; klein gehackt
- 125 g Butter; zerlassen
- 1 dl Brösel von Pfefferkuchen
- 1 dl Brösel vom Sauerteigbrot
- 1 dl Semmelbrösel
- 1 dl Weizenmehl
- 1 Tropfen Bittermandelöl
- 1 Tl. Backpulver
- 6 El. Himbeerkonfituere
- 1 dl Puderzucker
- 0.5 El. Wasser
Zubereitung:
Diese Törtchen werden zum 5. Februar, dem Geburtstag von Johan Ludwig Runeberg, zu Kaffee serviert. Frederika Runeberg, die Frau des Nationaldichters, hat diese Törtchen gebacken, die Konfitüre soll jedoch erst später hinzugekommen sein.
Ei mit dem Zucker schaumig schlagen. Sahne, abgekühlte Butter, Mehl mit Backpulver, klein gehackten Mandeln und Bröseln mit Ei-Zucker-Schaum verrühren. Zum Schluss Bittermandelöl.
Achtung: Auf keinen Fall mehr Bittermandelöl verwenden.
Hohe runde Formen gut einfetten (Papierformen nicht fetten) und zu 3/4 füllen. Bei 175 Grad etwa 20 Minuten backen.
Etwas abkühlen lassen. Auf jedes Törtchen 1/2 Esslöffel Himbeerkonfitüre geben; Puderzucker und Wasser rühren und damit rund um die Konfitüre einen Kreis spritzen.
Runebergtörtchen
Vom Rathausplatz geht es in jede Richtung in eine schnuckelige Straße nach der anderen ab gesäumt von den kleinen Holzhäusern in allen Farben. Hier hat z.B. einen Laden, in dem man sich Künstlerpigmente genauso wie die neue Tapete fürs Wohnzimmer kaufen kann, aber auch noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen bekommt, wenn man will. Natürlich gibt es auch alle Richtungen des Kunsthandwerks, vom Filzen übers Glas und Töpferei aber auch ganz normale Souveniershops mit dem üblichen Krims Krams.
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Und ganz unten am Fluss hat es die roten Häuschen stehen, die auch jede Postkarte zieren. Und wir haben dieses Motiv jetzt auch von allen erdenklichen Stellen aus abgeknipst. Man muss ja froh sein dass wenigstens die paar Holzhäuser noch da sind, denn am 11.06.1760 war die Brandnacht von Porvoo.
In eben dieser Nacht hat eine fleißige Hausfrau für ihr Dienstvolk morgens um drei Fisch gekocht. Und obwohl sie dabei größte Vorsicht walten ließ, erwachten die Hausbewohner eine Stunde später am Lärm des ausgebrochenen Feuers. Es hat auch gleich das Nachbarhaus Feuer gefangen und in dieser fielen den 293 Häusern von Porvoo 202 dem Großbrand zum Opfer, weil alle Löschversuche vergeblich waren.
Und es gibt noch eine interessante Geschichte aus Porvoo. Und zwar rühmen sich im Touristenheftchen über Poorvo manche Restaurants damit, dass bei ihnen die Portionen mit dem alten Maß von Porvoo bemessen sind, also reichlich. Auch das hat einen geschichtlichen Hintergrund, der zurück reicht bis zur Zeit der Schwedenherrschaft. Der Vogt der Krone trieb die Steuern von den Bewohnern in Form von Getreide und Branntwein ein. Als Messbehälter benutzte er dabei einen Becher mit doppeltem Boden. Bei der Steuererhebung wurde die größere Seite das so genannte Maß von Porvoo benutzt, bei der Abrechnung der Steuern an den König drehte er den Becher um und maß mit der kleineren Seite. Mit der Differenz ließ es sich gut leben.
Nachdem wir alles besichtigt hatten, wollten wir in einem netten Straßencafé zur Abwechslung mal essen gehen. Leider hatte dass in dem es Wiener Schnitzel gab schon um fünf dicht gemacht und so sind wir im Rosso gelandet. Auch dort haben wir es uns richtig gut gehen lassen und Diana hat mich zur Feier des Tages sogar noch zum Essen eingeladen, weil sie mir das doch mal versprochen hatte, nachdem sie in Hämeenlinna vor den Sexkabinen nen Fuffi auf der Straße gefunden hat. Das war das Essen natürlich gleich noch mal so lecker.
Und der Countdown läuft. Noch 28 Tage bis zum Heimflug und nur noch 16 Tage bis der Urlaub losgeht.





















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