Dienstag, Juli 19, 2005

Und wieder ruft das Mökki...

Am Samstag den 16. Juli war es mal wieder soweit, dass Lasse unser Tutor uns zum Mökki seiner Familie in Miehola in der Nähe von Lappila eingeladen hat. Morgens habe ich ihm noch den versprochenen Butterkuchen gebacken, weil er uns für Mittsommer doch sein Zelt geliehen hat. Hanna hatte ein Auto organisiert und mit ihr und ihrem Freund ging’s dann los. Bevor es aber dorthin ging, war erst noch ein kleiner Umweg zum 16. Kirchbootrennen nicht weit von Mommila angesagt. Dort ist ebenfalls ein kleiner See an dem sich 16 Boote einen spannenden Ruderwettstreit auf einer Strecke von 16 km lieferten. Schon den ganzen Tag über haben dort Rennen in verschiedenen Kategorien stattgefunden.

so sehen die Kirchboote aus, kann man auch überall mieten

Als Lasse das letzte Mal als wir mit ihm und Tuomas am Mökki waren gehört hat, dass ich so gern rudere, hat er gemeint ich soll mich doch für den Wettbewerb anmelden. Aber 16 km müssen es dann doch nicht sein.

Lasse musste auf dem Fest noch bis halb vier am Schießstand helfen. Und da haben wir es uns nicht nehmen lassen auch gleich selbst unser Glück zu versuchen. Allerdings waren es die gleichen Gewehre, die es bei uns im Schützenhaus auch hat, und die sind ganz schön schwer. Und Frauen durften im Wettbewerb nicht auflegen nur Kinder. Aber obwohl ich beim stehend Schießen gezittert habe wie ein Kuhschwanz sind alle 10 Schuss auf der Scheibe gelandet und insgesamt kam ich auf 29 Punkte, der Rekord bei den Frauen lag bei 51. Also war’s so schlecht nicht.
Aber mit auflegen ist mir bedeutend lieber, oder halt die leichten Luftgewehre vom Weinfest.


Danach sind wir dann ans Mökki. Lasse musste noch mal nach Hause sein Zeug holen und dann sind er und Diana mit dem Auto ans Volleyballfeld auf der anderen Seite gefahren und ich bin mit Hanna und ihrem Freund mit dem Boot rübergerudert. Die zwei sind dann zum Zuschauen mit ans Feld und ich mit Lasses Angel wieder raus auf den See. Musste doch mein Glück wieder versuchen.

Und es ging auch keine zwanzig Minuten, da hat es an der Angel auch schon wieder gezuckt. Was da aber gezogen hat wie ein drei Kilo Monster war dann ein 22 cm großer Hecht. Aber er war doch noch zu klein zum rausholen, deshalb hab ich ihn, nach dem ich ihn endlich vom Haken hatte, wieder rein geschmissen. Und obwohl meistens ein kleines Lüftchen ging hat es ganz schön runter geknallt. Aber die Stille so ganz allein auf de See war einfach herrlich.


Nach ner Stunde und 15 Minuten bin ich dann zurück zu den anderen ans Volleyballfeld gerudert. Die haben dann noch ihr letztes Spiel beendet und dann ging’s zurück zum Grillen. Es gab Steaks, Tomaten, Gurke und Baguette. Die zwei Jungs vom Volleyball waren auch noch dabei und noch ein paar Freunde von Lasse. Während unser Essen vor sich hinbrutzelte hab ich den anderen das Würfelspiel 10 000 erklärt. Und nach dem Essen ging’s dann in die Sauna. Erst die Jungs und dann wir, so dachten wir das jedenfalls. Aber die kamen irgendwie nicht mehr raus und als wir nach Hanna riefen kam sie plötzlich aus der Sauna und meinte wir sollen reinkommen. Erstaunlicherweise waren Matti und Lasse aber auch noch drin.


Normalerweise geht man hier ja streng getrennt, aber Matti erklärte uns dann später dass in Studentenkreisen das wohl nicht so eng gesehen wird. Na ja und die Frage ob man dann mit Badeklamotten oder ohne geht, war überflüssig. Denn erstens hatte ich gleich beim reinkommen in die Sauna unmissverständliche Ausblicke und zweitens hingen die Badehosen der zwei fein säuberlich an der Wand gegenüber am Haken. Wir Mädels hatten unsere Bikinis trotzdem anbehalten.



Und endlich konnte ich mal ausprobieren was ich schon in so vielen Berichten über Finnland und Sauna gesehen habe. Lasse hatte einen „vasta“ oder auch „vihta“ genannten jungen, dünnen Birkenzweig dabei. Eigentlich schon mehrere die zu einem Bündel zusammengebunden waren. Man schneidet diese Zweige traditionell am 29. Juni, weil da dann die Blätter noch weich und voller Feuchtigkeit sind. Lasse hat uns auch erklärt dass man sie mittlerweile auch im Supermarkt vakumiert im Kühlregal finden kann, weil ja nicht jeder eigene Birkenbäume hat. Und einfach so von nem Baum ein paar Zweige abzuknipsen ist verboten.


Mit eben diesem Birkenbündel das zu Beginn und immer wieder zwischendurch zum Reinigen über den heißen Dampf gehalten wird, schlägt man sich dann entweder alleine oder gegenseitig. Das verbreitet ein angenehmes Kribbeln auf der Haut und einen wunderbar frischen Duft in der Sauna. Direkt vor der Tür wartete der 24° warme See zum erfrischen, in dem wir dann noch ein paar Runden geschwommen sind, bevor der zweite Saunagang anstand.


Ich habe mich danach dann noch ganz traditionsgemäß in der Sauna geduscht, denn ne normale Dusche gibt es am Mökki natürlich nicht. Da steht dann halt ein großer Plastikeimer mit Wasser aus dem See in der Sauna, und das schöpft man sich dann mit ner großen Kelle immer wieder oben drüber. Die Sauna ist so gebaut dass die Bodenbretter immer mit nem kleinen Abstand verlegt sind und so kann das Wasser einfach im Uferboden versickern. Mit der gleichen Kelle habe ich mittags noch das Wasser immer wieder aus dem Boot geschöpft.



Die Herren der Schöpfung wollten dann aber noch weiter nach Lahti in eine Bar und so sind wir dann bald nach der Sauna mit Hanna und ihrem Freund zurückgefahren.

Eigentlich stand das Ganze heut wieder auf dem Programm, aber leider hat es angefangen zu regnen und das soll es wohl auch noch die nächsten Tage tun. Hauptsache im Urlaub scheint wieder die Sonne.

1 Comments:

At Montag, 25 Juni, 2007, Blogger Eva said...

bla test

 

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